Unser schlitternder Gärtner Theo schreibt:

26 Jan

Segeln auf Eis – ein Gärtner, der es einfach nicht lassen kann

Ein Auge auf, das zweite schielt auf den Wecker: 05:00 Uhr. Ganz schön bescheuert, mitten im Winter um diese Uhrzeit aufzustehen…aber ich weiß ja, wofür ich´s mach!

Pünktlich zum Sonnenaufgang fahre ich also über den Arlberg. Das frühe Aufstehen hat sich fast schon für diese Aussicht gelohnt. Aber nur fast, denn richtig belohnt werde ich erst vom Anblick des Reschensees. Denn hier empfängt mich ein spiegelglatter See, in dem sich sogar die umliegenden Berge, der Himmel und Wolken wiederfinden.

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Nichts wie ran an den Schlitten – Kufen dran, Mast aufrichten, Segel setzen und Schot anbringen. Dann noch Lee und Luv Fässer stecken.

Zwischenzeitlich sind wir acht DN-Schlitten – Deutsche, Schweizer, Holländer – alle angefressen. Also rein in die Schlitten – 3, 2, 1 – Segel dicht, Bremse lösen und losrasen! Bis zu 92 kmh erreiche ich in Spitzenzeiten! So drehen wir also unsere Runden, eifrig und hoch konzentriert. Im Geschwindigkeitsrausch sollte kein Fehler passieren…

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Nach sechs Stunden Hochgenuss beziehen alle ihre Unterkünfte und treffen sich danach zu italienischem Beisammensein mit Pizza, Pasta und Hauswein. Danach falle ich entspannt und erschöpft ins Bett.

Am nächsten Tag erscheinen von acht DN-Schlitten-Seglern nur noch vier. Ob das am Hauswein liegen mag? Egal! Dann nur zu viert auf die Bahn – 3, 2, 1 – und los! Nach der 10. Runde geschieht, was nicht geschehen sollte, eine übersehene Gasblase im Eis wird mir bei rasender Geschwindigkeit zum Verhängnis. In Sekunden bremst mein Schlitten von 82 khm auf 0, da sich die Gasblase öffnet und die Kufe einbricht. Auf einen Schlag zerlegt sich mein Schlitten in seine Einzelteile und ich schlittere mit ordentlichem Speed einige Meter übers Eis. Nach einigen Schreckenssekunden, merke ich, dass meine Einzelteile noch am Körper waren und nur leicht lädiert – anders als mein Schlitten.

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IMG-20200115-WA0006 (1)Provisorisch band ich meine Utensilien zu einem Bündel zusammen und suchte den Rüstplatz auf.  Frustriert mache ich mich an die Reparatur dessen, was vom Schlitten noch übrig war – Klebeband, Schrauben und Ersatzmast eines Kollegen sei Dank! Am nächsten Tag gings unerschrocken und fröhlich schon zurück aufs Eis. Mittlerweile sind 30 DN-Schlitten-Segler auf dem Eis – ihr wisst wies los geht – 3, 2, 1!

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Unter den ersten acht konnte ich mich sogar mit meinem zusammengeflickten Schlitten behaupten, Reichenauer-Gärtner-Segler können eben doch was! So bin ich die „schnellste Baustelle, die jemals jemand gesehen hat“.

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Super gschicht Theo – weiter so denn es muss ja noch viiiiiiiieeeeellll mehr (Eis) Regatta gesegelt werden.

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